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4. Februar 2020 0

Auf dem #dss2019 stellten Julia Kovar-Mühlhausen und Jan Philipp Schewe von der Baden-Württemberg Stiftung eine mobile Bildungsinitiative zum Thema Digitalisierung vor. Ein Jahr später sind sie wieder dabei! Im Namen der Baden-Württemberg Stiftung fördern und gestalten sie gemeinsam mit Vertreter:innen von sieben weiteren veranstaltenden Organisationen den Digital Social Summit 2020. Hier stellen sie sich vor.

Ein Gastbeitrag von Julia Kovar-Mühlhausen und Jan Philipp Schewe

Wir sind eine der größten Stiftungen Deutschlands und setzen uns mit unseren eigenen Programmen ausschließlich in Deutschlands Südwesten für gemeinnützige Projekte ein. Forschung, Bildung sowie Gesellschaft und Kultur sind unsere Schwerpunkte. Wir ebnen den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit anderen Menschen. In über 80 Programmen gestalten wir die Zukunft Baden-Württembergs und investieren damit als einzige Organisation über alle Parteigrenzen hinweg in die Zukunft der Bürger*innen des Landes.

Wie verstehen wir Digitalisierung?

Wir erkennen Digitalisierung als Megatrend der Gesellschaft an und wollen aktive Mitgestalter sein. Deswegen haben wir eine mehrjährige Digitalstrategie beschlossen und den „Digital-First-Mover“-Ansatz erarbeitet. Wir wollen in unseren Prozessen digitaler werden, Antragsprozesse beschleunigen, uns neuen Technologien öffnen und einen Raum bieten, diese anzuwenden (bspw. durch den Einsatz von Algorithmen bei Jurysitzungen). Außerdem gehört für uns dazu, dass wir mit unseren Programmen Ideen fördern, die eine gerechte, nachhaltige und innovative Digitalisierung verfolgen und gewährleisten, dass Technologie und Menschen einander ergänzen.

2020 werden wir 20 Jahre alt. Wir wissen, dass nur der Wandel von Dauer ist und so lautet das Motto unseres Jubiläumsjahres „Verändern“.

Warum wir dabei sind?

Nach unserer Erfahrung beim Auftaktevent 2019 waren wir überzeugt, dass sich der DSS zu einem Branchenevent und Pflichttermin für alle entwickeln kann, die eine Vision davon haben, wie wir als Zivilgesellschaft den gesellschaftlichen Wandel und die Digitalisierung moderieren und begleiten können.

Der Digital Social Summit ist eine hervorragende Möglichkeit, euch zu vernetzten, motivierte digitale Denker*innen zu finden und über Projekt und Ideen in den Austausch zu gehen.

Was wir mitbringen?

Wir zeigen euch die Zukunft der digitalen Bildung mit der #expeditiond. Im letzten Jahr bereits als Ausblick im Programm, präsentieren wir euch die Erfolge des ersten Jahres unserer Bildungsinitiative.

Erlebt, wie wir es geschafft haben mit pädagogischen Konzepten und einem Truck voller Zukunftstechnologien die Themen Berufe und Digitalisierung Schüler*innen aller Schularten zu vermitteln. Unsere Leitfrage dabei: Wie kann man digitale Bildung gerecht gestalten?

In unserer zweiten Session wird es um KI und Ethik gehen. Künstliche Intelligenz gilt als Basistechnologie des gegenwärtigen technischen Fortschritts. Für Gesellschaft, Staat und Wirtschaft ergeben sich große Chancen. An der Schnittstelle von Informatik, Robotik und Philosophie geht es um die Frage, wie Maschinen selbstständig moralische Entscheidungen treffen und umsetzen können, wie man solche Maschinen programmiert und ihren sozialverträglichen Einsatz gewährleistet.

Wir sehen uns im März ?

Jan Philipp und Julia

Baden-Württemberg Stiftung

 

 

 

 

Stiftung Buergermut

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22. Februar 2019 0

Digital Social Summit – Tag 1

Schon in den ersten Minuten des digital social summit 2019 (DSS2019) machte Moderatorin Teresa Sickert klar, wo der digitale Hase lang läuft. Die Zuschauer durften dem Eröffnungspanel, in dem Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft aufeinandertrafen, mit einem Webtool Fragen stellen. Wobei dann auch gleich die Herausforderung der Digitalisierung deutlich wurde. Das WLAN lahmte und die Fragen des pickepackevollen Plenums kamen nicht vorne an. Na ja, sei’s drum. Denkanstöße sollte es an diesem Tag noch genug geben.

Was sind die wichtigsten Fragen?

250 Teilnehmer waren nach Berlin gereist, um sich 85 Vortragende anzuschauen. Das Publikum war bunt gemischt. Bärtige Social-Startupper waren genauso dabei wie deutlich konservativere Vertreter einer lokalen Freiwilligenagentur. Sie alle einte aber der Drang danach, Ansatzpunkte zu finden, wo sie bei der Digitalisierung konkret anpacken können. Etwas, womit übrigens auch das Eröffnungspanel noch etwas zu kämpfen hatte.


Erwin Schwärzer (BMI), Dr. Holger Krimmer (ZiviZ im Stifterverband), Thomas Leppert (Robert Bosch Stiftung), Katarina Peranic (Stiftung Bürgermut), Dr. Heiko Geue (BMFSFJ) und Teresa Sickert (Moderatorin)

Holger Krimmer, Geschäftsführer des zum Stifterverband gehörenden Datenspezialisten Ziviz, erklärte etwa: „Die Probleme sind doch immer noch die gleichen. Woher kommen neue Mitglieder? Wer ist bereit, Vorstand zu werden? Die Frage ist, wie man sie in der Digitalisierung beantwortet, ob die Antworten anders sind.“ Katarina Peranic, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Bürgermut, würde gerne noch mehr tun, als die alten Probleme angehen: „Wir müssen aufhören, nur in die eigene Organisation zu schauen“, sagte sie. „Wenn wir uns zusammentun, können wir für noch viel größere Themen Lösungen finden.“ Soweit der allgemeine Einstieg. Richtig praktisch an die Materie sollte es aber dann in den 85 Sessions gehen, die nur wenige Minuten nach der Eröffnung starteten.

Ganz schön trackig

Der DSS2019 hatte in dieser Hinsicht schon an Tag 1 einiges zu bieten. In sechs sogenannten Tracks, also Veranstaltungsreihen die sich Mottos wie „Engagement neu entfachen“ und „Ländlichen Raum vernetzen“ widmeten, reihte sich Session an Session. Die Vortragenden bekamen rund eine Stunde Zeit, um ihre Themen den Leuten zu präsentieren. Die Formate reichten dabei von der Frontbeschallung bis zum interaktiven Workshop. Die Eindrücke der Workshops, an denen wir teilnahmen, haben wir in unserem Live-Blog gesammelt.

Die Digitalisierung braucht Menschen

Schön war es, dass bei jeder Session nicht etwa bleierne Stille bei den Teilnehmern herrschte, sondern diese die vorhandene Zeit auch immer munter zum Diskutieren und Fragestellen nutzten. Eine Anmerkung blieb uns dabei besonders lange im Ohr: Der Teilnehmer einer Session darüber, wie Dörfer durch Digitalisierung dem demografischen Wandel entgegenwirken könnten, sagte: „Apps und Portale sind ja schön und gut – und sicher gute Showcases“, dann wandte er sich direkt an die Vortragende: „Aber was es doch wirklich braucht sind Leute wie Sie. Leute, die das Thema mit Energie vorantreiben.“ Diese Leute, die standen unserer Meinung nach bei jeder Session vorne. Mal fanden wir die gewählten Maßnahmen sinnvoller, mal weniger sinnvoll. Aber dass sie etwas bewegen, das stand immer außer Frage.

Die Sache mit der Knete

Und da kam uns Katarina Peranic wieder in den Sinn.
Was, wenn all diese schlauen Leute sich zusammentäten, statt parallel an den selben Fragestellungen zu knobeln, vielleicht eine (die beste?) Lösung fänden? Womit wir beim nächsten Thema wären, was wirklich alle umtrieb: dem lieben Geld. Wir hatten den Eindruck, dass Fördergelder am liebsten für etwas ausgeschüttet werden, was der Herr in der einen Session „Showcases“ nannte. Also kleine Häppchen, die sich gut präsentieren lassen und kurzfristige Gratifikation versprechen. Für das richtig große Ding scheint es noch an Strukturen zu fehlen, sowohl was die Finanzierung als auch die Kooperation der verschiedenen Organisationen miteinander angeht. Vielleicht ist der DSS2019 aber der Beginn?

 

 

Autoren: Anton Tsuji & Julian Stutz (EVAU Magazin)
Foto: Henning Schacht / Digital Social Summit 2019 / CC BY-NC

Stiftung Buergermut