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11. August 2020 0

Save the Date! Der Termin für den nächsten Digital Social Summit steht fest. Die Konferenz der Zivilgesellschaft zur Digitalisierung geht 2021 auf Deutschland-Tour und tauscht Bär gegen Burg und Spree gegen Alster ein. Am 29. und 30. März 2021 wirft der #DSS2021 seinen Anker in Hamburg aus.

Wir sind in den Räumen der von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucherius gegründeten Bucerius Law School zu Gast und freuen uns auf die Hansestadt. Der Bedarf, uns darüber auszutauschen, welche Auswirkungen der digitale Wandel auf gemeinwohlorientierte Arbeit hat, wie wir ihn nutzen und die Debatte mitgestalten können, bleibt insbesondere nach dem aktuellen Jahr unser Thema!

Um Informationen zur Ticketreservierung und zum Einreichen von Beiträgen zu erhalten, sobald diese möglich sein werden, tragt euch in den Mailverteiler ein.

Ines Liebich


6. August 2020 0

Im Rahmen der Short bites-Interviewreihe der Stiftung Bürgermut für den Digital Social Summit 2020 in Kooperation mit D3 – so geht digital und Stifter TV haben wir mit Daniel Opper vom Bucerius Lab, dem Labor für Zukunftsfragen der ZEIT-Stiftung, gesprochen.

Der Leiter des Labs, Soziologe, Politik- und Medienwissenschaftler Daniel Opper erzählt im Interview vom Einfluss der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft und berichtet von spannenden Projekten der ZEIT-Stiftung: Mit der #DigitalCharta, sollen bestehende Grundrechte im digitalen Zeitalter in der EU gestärkt werden. Die Ausstellung Out of Office, die auch im Nachgang virtuell noch besuchbar bleibt  fragt, welche fundamentalen Umbrüche durch KI und Roboter in der Arbeitswelt stattfinden und wie wir den digitalen Wandel gestalten wollen: „Viele Berufe oder Berufsarten können natürlich längerfristig von Algorithmen, von Programmen, von Robotern ersetzt werden. Die Arbeitswelt wird sich mit der Digitalisierung verändern. Und wir Menschen müssen in neue Aufgaben hineinwachsen.“, so Daniel Opper.

Außerdem geht es im Gespräch um den Beitritt der ZEIT-Stiftung in den Kreis der Veranstalter:innen des Digital Social Summits 2021 und der Veranstaltungsort für das nächste Gipfeltreffen der Zivilgesellschaft zum Thema Digitalisierung im „Tor zur Welt“ wird verraten.

Das Interview wurde eine Woche vor dem digitalen Digital Social Summit am 25. und 26. Mai 2020 aufgenommen. Alle Beiträge der Short bites-Interviewreihe rund um den #DSS2020 sind im DSS YouTube Kanal verfügbar.

Ines Liebich


30. Juli 2020 0

Cathrin Heinrich, Projektleiterin des Digital Social Summits, spricht mit Stifter TV über die Umstrukturierung des ursprünglich analog geplanten Summits 2020 in ein digitales Veranstaltungsformat und das Netzwerken im virtuellen Raum. Außerdem geht es um die Pläne für die nächste Gipfelkonferenz der Zivilgesellschaft zu gerechter Digitalisierung in 2021.

Die studierte Kommunikationsforscherin und zertifizierte Stiftungsmanagerin leitet seit August 2019 das von mehreren Organisationen, Stiftungen und Ministerien initiierte Kooperationsprojekt „Digital Social Summit“ und führt seit Juli 2020 zusätzlich gemeinsam mit ihrem Kollegen Sebastian Gillwald die operativen Geschäfte der Stiftung Bürgermut. Zuvor war sie für digitale Fortbildungsformate bei der Deutschen Stiftungsakademie verantwortlich und leitete beim Bundesverband Deutscher Stiftungen den Deutschen Engagementpreis.

Im Rückblick auf den Digital Social Summit 2020 beantwortet sie ihrem Interviewpartner Jörg Birkelbach Fragen zum Eventformat, Programm, zur Nutzung der Angebote durch die Teilnehmenden und zum allgemeinen Austausch untereinander.

Zudem berichtet Cathrin Heinrich, was vom nächsten Digital Social Summit 2021 voraussichtlich im März 2021 in Hamburg zu erwarten ist: „Wir haben rückgemeldet bekommen, dass wir gute Möglichkeiten hatten, sich zu vernetzen. Aber das persönliche Gespräch wünschen sich viele. Und da können wir sagen, dass wir mit Blick auf 2021, den Digital Social Summit in Hamburg veranstalten werden, bei dem man vor Ort sein kann, aber auch Teile der Veranstaltung digital gestreamt oder aufgezeichnet werden.“

Erwähnung fand der Beitrag in der Stifter TV Magazin-Sommerausgabe (04:38).

 

Ines Liebich

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15. Juli 2020 0

Zwei spannende Tage, 1000 Teilnehmende, 80 Speaker:innen und Mitwirkende hinter den Kulissen, 16 Sessions, 11 Short bite-Interviews, Live-Interviews, ein Podcast und Wohnzimmerkonzert

 

Am 25. und 26. Mai 2020 trafen sich über 1000 Vertreter:innen der Zivilgesellschaft beim Digital Social Summit 2020 online und diskutierten darüber, welche Bedeutung Digitalisierung für ihre eigene Arbeit, ihre Organisationen und die Gesellschaft als Ganzes hat und wie es gelingen kann, diesen Wandel aktiv mitzugestalten.

Eigentlich war das in 2020 zum zweiten Mal stattfindende Community-Treffen der Zivilgesellschaft zum Thema Digitalisierung als analoge Konferenz Ende März geplant, musste jedoch wegen der Corona-Pandemie zunächst abgesagt werden.

Getragen von der Überzeugung, dass Digitalisierung einen erheblichen Nutzen für die Zivilgesellschaft haben kann, beschlossen die acht kooperierenden Organisationen des Summit-Initiativkreises, die ursprünglich analog geplante Konferenz –auch gerade weil sie sich um Digitalisierung dreht- binnen weniger Wochen doch noch stattfinden zu lassen – und zwar online.

Anders als im Vorjahr trafen sich die Teilnehmenden nicht dicht gedrängt in der Berliner Kalkscheune, sondern tauschten sich am 25. und 26. Mai 2020 in einem neuartigen Online-Format, mit räumlichem Abstand an vielen verschiedenen Standorten in ganz Deutschland, hinter den Bildschirmen untereinander aus.

Über zwei Tage lang diskutierten Speaker:innen und Teilnehmende im ALEX Berlin TV-Studio, in Videokonferenzräumen und über Chat-Rooms miteinander und vernetzten sich untereinander im DSS Slack Channel oder auf der DSS Social Wall.

Diskussions- und Anknüpfungspunkte gab es reichlich: Was bleibt uns von der Innovations- und Digitalisierungslernkurve nach Corona? Welche Rolle nehmen ältere Menschen ein, wenn sich das gesellschaftliche Leben zunehmend in den digitalen Raum verlagert? Wie schaffen wir eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung? Und auch ganz praktisch: Wie gestalte ich interaktive Workshop-Formate?

Highlights:

Digitalexpertin Valerie Mocker warb in Ihrer Keynote am ersten Veranstaltungstag dafür, die Innovationskraft in uns allen zu aktivieren: „Wenn wir wirklich ein Problem lösen wollen und Digitalisierung dafür einsetzen, dann müssen wir nach den besten Ideen suchen – egal woher sie kommen. Wenn wir mehr Leaderinnen und Leader haben, die mit Mut, Herz und offenem Geist durch die Welt gehen, dann können wir auch diese ganzen Innovationen […], die unsere Welt besser machen könnten wirklich heben und in die Breite bringen.“ Warum Digitalisierung Beziehungsarbeit ist, erklärte die in der politischen Bildung aktive Diplom-Psychologin Marina Weisband in Ihrer Keynote am zweiten Event-Tag. In einem Live-Podcast erzählte Christian Vollmann, der an der Gründung von mehr als 70 Unternehmen beteiligt war, t3n.de-Online-Chefredakteur Stephan Dörner unter anderem, was ihn motiviert hat, Nebenan.de zu gründen.

Aufzeichnungen:

Die Mitschnitte aller Sessions und Video-Interviews stehen auch im Nachgang zur Veranstaltung frei zugänglich und kostenfrei auf YouTube zur Verfügung, darunter die Kurzinterviewreihe Short bites, die von der Stiftung Bürgermut in Kooperation mit D3 – so geht digital und Stifter TV für den #dss2020 gedreht wurde. Die Live-Berichterstattung der Veranstaltungstage kann im Live-Blog nachgelesen werden und weitere Eindrücke der Online-Konferenz finden sich im Fotoalbum und können unter eine CC-Lizenz geteilt werden.

Wir danken den über 1000 Teilnehmenden, 80 Speaker:innen, rund 20 Mitarbeitenden hinter den Kulissen und allen Partner:innen, die dieses einzigartige Community-Treffen ermöglicht und sich über zwei Tage in vier parallelen Live-Streams rund um das Thema gemeinwohlorientierte Digitalisierung ausgetauscht haben und natürlich auch denjenigen, die sich Zeit genommen haben, uns Feedback zu geben, um den Summit 2021 noch besser machen zu können.

Feedback:*

Das Feedback der Teilnehmenden und Mitwirkenden zum Online-Summit war durchweg positiv – über 90 % gefiel die Veranstaltung gut oder sehr gut. Die hohe Teilnehmenden-Zahl hat auch das Veranstalter:innen-Team erstaunt – es nahmen dreimal so viele Menschen teil wie für die analoge Konferenz angemeldet waren: „Ganz herzlichen Dank! Das Ganze war super organisiert, ich freue mich, dass ich dabei sein konnte (ging nur, weil Ihr online wart dieses Jahr!)“ Marcia Zieglmeier, NachbarschaftsBörse.

Etwa 90 % der Teilnehmenden fanden die technische Umsetzung der Vernetzungsmöglichkeiten trotz befürchteter Unpersönlichkeit gut oder sehr gut – über 150 Menschen stellten sich auf der DSS Social Wall vor und mehr als 400 Personen nutzen die Kontaktaufnahmemöglichkeit mit anderen Teilnehmenden im DSS Slack Channel.

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es dennoch dahingehend, Teilnehmende noch stärker mit anderen zu vernetzen, die für ihre Arbeit wirklich relevant sind, technische Kapazitätsgrenzen (kurzzeitiger Streaming-Ausfall am ersten Veranstaltungstag) möglichst zu vermeiden, einen noch stärkeren Praxisbezug herzustellen, um sich über die Veranstaltungstage den Umgang mit neuen Methoden und Tools aneignen zu können und die Debattierfähigkeit zu stärken. Auch Barierrefreiheit und eine noch größere Diversität könnten Themen für den nächsten Summit sein.

Alles in allem war der Konsens aber „Weiter so“ und „Summits können digital genauso spannend gestaltet werden wie in „Real Life“. Toll gemacht!“ Auch belegt dadurch, dass es 89 % der Befragten für wahrscheinlich halten, den Digital Social Summit einem Bekannten oder einer Kollegin weiterzuempfehlen.

Ausblick:

Bezugnehmend darauf wünschen wir uns für den Summit 2021, dass die Community weiter wächst und begrüßen die ZEIT-Stiftung als Neuzugang im Kreis der Veranstalter:innen. Die Konferenz wird voraussichtlich als hybrides Veranstaltungsformat aus einer Mischung von analog und digital in Hamburg in der Bucerius Law School und online stattfinden – die nächste Herausforderung wartet also nicht lange auf sich: Wir freuen uns schon darauf! Mit etwas Bürgermut und dem großen (ehrenamtlichen) Engagement vieler Beteiligter hoffen wir auch dann wieder auf gutes Gelingen.

Zum Kreis der Veranstalter:innen des Summits 2020 zählen die Baden-Württemberg Stiftung, das betterplace lab, das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung WHU und ZiviZ im Stifterverband, sowie die Stiftung Bürgermut, die die Geschäftsstelle des Summits stellt.

 

*Quelle: Auswertung der Jotform-Umfrage „Feedback Digital Social Summit I Online 2020“, ausgefüllt von 108 Teilnehmenden

Ines Liebich

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23. Juni 2020 0

Ihr möchtet Bilder für eure Website, Newsletter oder Social-Media-Kanäle zum Digital Social Summit 2020 verwenden?

Eindrücke vom Digital Social Summit 2020 stehen jetzt auch unter einer Creative Commons-Lizenz im Flickr-Album der Stiftung Bürgermut zum Teilen und Downloaden zur Verfügung.

Die Fotos sind lizenziert unter der Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Deutschland-Lizenz (CC BY-NC 2.0 DE) und dürfen geteilt und bearbeitet werden.

Bei Verwendung bitte „© Digital Social Summit 2020 | Vincent Grundke“ als Fotocredit angeben.

Ines Liebich

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4. Februar 2020 0

Auf dem #dss2019 stellten Julia Kovar-Mühlhausen und Jan Philipp Schewe von der Baden-Württemberg Stiftung eine mobile Bildungsinitiative zum Thema Digitalisierung vor. Ein Jahr später sind sie wieder dabei! Im Namen der Baden-Württemberg Stiftung fördern und gestalten sie gemeinsam mit Vertreter:innen von sieben weiteren veranstaltenden Organisationen den Digital Social Summit 2020. Hier stellen sie sich vor.

Ein Gastbeitrag von Julia Kovar-Mühlhausen und Jan Philipp Schewe

Wir sind eine der größten Stiftungen Deutschlands und setzen uns mit unseren eigenen Programmen ausschließlich in Deutschlands Südwesten für gemeinnützige Projekte ein. Forschung, Bildung sowie Gesellschaft und Kultur sind unsere Schwerpunkte. Wir ebnen den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit anderen Menschen. In über 80 Programmen gestalten wir die Zukunft Baden-Württembergs und investieren damit als einzige Organisation über alle Parteigrenzen hinweg in die Zukunft der Bürger*innen des Landes.

Wie verstehen wir Digitalisierung?

Wir erkennen Digitalisierung als Megatrend der Gesellschaft an und wollen aktive Mitgestalter sein. Deswegen haben wir eine mehrjährige Digitalstrategie beschlossen und den „Digital-First-Mover“-Ansatz erarbeitet. Wir wollen in unseren Prozessen digitaler werden, Antragsprozesse beschleunigen, uns neuen Technologien öffnen und einen Raum bieten, diese anzuwenden (bspw. durch den Einsatz von Algorithmen bei Jurysitzungen). Außerdem gehört für uns dazu, dass wir mit unseren Programmen Ideen fördern, die eine gerechte, nachhaltige und innovative Digitalisierung verfolgen und gewährleisten, dass Technologie und Menschen einander ergänzen.

2020 werden wir 20 Jahre alt. Wir wissen, dass nur der Wandel von Dauer ist und so lautet das Motto unseres Jubiläumsjahres „Verändern“.

Warum wir dabei sind?

Nach unserer Erfahrung beim Auftaktevent 2019 waren wir überzeugt, dass sich der DSS zu einem Branchenevent und Pflichttermin für alle entwickeln kann, die eine Vision davon haben, wie wir als Zivilgesellschaft den gesellschaftlichen Wandel und die Digitalisierung moderieren und begleiten können.

Der Digital Social Summit ist eine hervorragende Möglichkeit, euch zu vernetzten, motivierte digitale Denker*innen zu finden und über Projekt und Ideen in den Austausch zu gehen.

Was wir mitbringen?

Wir zeigen euch die Zukunft der digitalen Bildung mit der #expeditiond. Im letzten Jahr bereits als Ausblick im Programm, präsentieren wir euch die Erfolge des ersten Jahres unserer Bildungsinitiative.

Erlebt, wie wir es geschafft haben mit pädagogischen Konzepten und einem Truck voller Zukunftstechnologien die Themen Berufe und Digitalisierung Schüler*innen aller Schularten zu vermitteln. Unsere Leitfrage dabei: Wie kann man digitale Bildung gerecht gestalten?

In unserer zweiten Session wird es um KI und Ethik gehen. Künstliche Intelligenz gilt als Basistechnologie des gegenwärtigen technischen Fortschritts. Für Gesellschaft, Staat und Wirtschaft ergeben sich große Chancen. An der Schnittstelle von Informatik, Robotik und Philosophie geht es um die Frage, wie Maschinen selbstständig moralische Entscheidungen treffen und umsetzen können, wie man solche Maschinen programmiert und ihren sozialverträglichen Einsatz gewährleistet.

Wir sehen uns im März ?

Jan Philipp und Julia

Baden-Württemberg Stiftung

 

 

 

 

Stiftung Buergermut

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19. Januar 2020 0

photo by Jon Tyson / unsplash


Angelehnt an die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung – die Sustainable Development Goals wollte das Digital-Magazin D3 – so geht digital in einer Blogparade* wissen: Wie könnten Ziele für eine nachhaltige, inklusive und soziale digitale Entwicklung aussehen? Hier findet ihr eine Zusammenfassung der spannenden Beiträge.
Kollaborativ und pragmatisch

Digitalisierung ist ein Begriff, der derzeit für viel Aufregung sorgt. Dem daraus resultierenden Aktionismus möchte Hannes Jähnert eine „digitale Pragmatik“ gegenüberstellen. Dazu definiert er in seinem Beitrag vier zentrale Bausteine:

  • Wir wissen was wir wollen & wie wir arbeiten und arbeiten kollaborativ.
  • Wir schätzen und nutzen die Kreativität, Intuition und Erfahrung der Mitstreiter:innen als unseren größten Ressourcenschatz und schaffen Räume für den freien Fluss des Wissens.
  • Wir arbeiten pragmatisch, iterativ und agil – Schritt für Schritt
  • Wir gehen bewusst mit neuen Entwicklungen um und wissen, ob und warum wir sie nutzen wollen.

Auch Oliver Weyer und Sebastian Sauer gehen in ihrem Beitrag zur Blogparade auf diese Themen ein. Sie stellen die Ziele für ihre Plattform #VOLTASTICS vor und fragen, ob diese nicht auch als Digital Development Goals verstanden werden können. Es geht ihnen um mehr soziale und digitale Innovation, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.

Im Besonderen wird es wichtig sein, die begrenzten Ressourcen zu bündeln und gemeinsam mit den Akteur:innen aus Politik, Unternehmen und Organisationen viele Ideen und Visionen zu entwickeln. Diese können mit etablierten Entwicklungsmethoden ressourcenschonend iterativ umgesetzt werden.

Das Thema Kollaboration statt Konkurrenz beschäftigt auch Boy Büttner in seinem Beitrag. Viel zu oft würden Organisationen einzeln und nur für sich selbst digitale Herausforderungen bearbeiten: „Es ist es aus meiner Sicht ein lohnendes Ziel, Räume, Orte und Gelegenheiten zu fördern, in denen sich gemeinwohlorientierte Organisationen zu Digitalthemen (aber nicht nur!) austauschen, vernetzen und Zuammenarbeit entstehen lassen können.“

Um diese Räume zu schaffen, bieten Boy Büttner und seine Kolleg:innen in Kiel SocialBarCamps an. Die dort entstehende Vernetzung kann auch für sein zweites Digitales Development Goal wichtig werden: Fight for your digital rights! Ob Social Scoring oder lückenlose digitale Überwachung: Wohin die Reise gehen kann, wenn kritische Stimmen ausbleiben, beschreibt Boy Büttner anschaulich.

Barrierefrei und sparsam mit Daten

Gleich zwei Artikel stellten die Beseitigung digitaler Barrieren in den Mittelpunkt ihres Beitrags. Mittlerweile ist das technisch eigentlich ziemlich einfach zu machen – aber umgesetzt wird es noch viel zu selten.

„Die kleinste NGO leistet sich einen Nachhaltigkeitsbericht, einen Barrierefreiheits-Bericht habe ich noch nicht gesichtet.“  Wenn eine Website nicht barrierefrei ist, signalisiert das einen doppelten Ausschluss, so Domingos de Oliveira. Neben der Nicht-Nutzbarkeit signalisiert es auch: Euch sehen wir nicht als unsere Zielgruppe, obwohl die Themen gerade bei NPOs oft für die Zielgruppe relevant wären. Worauf man achten kann, um diesen Ausschluss nicht zu produzieren, wird im Beitrag vorgestellt.

Johannes Mairhofer zeigt in seinem Beitrag ganz praktisch, wie er selbst seine Beiträge barrierearm hält. Der Schwerpunkt seines Artikels liegt jedoch auf dem großen Themenkomplex Datensparsamkeit. Selbst mit gutem Beispiel vorangehen beim Datenschutz und Datensparsamkeit ist ein zentraler Schritt auf dem Weg zum Digital Development Goal. Das betont nicht nur Johannes Mairhofer, sondern auch das Team der Digitalen Nachbarschaft in ihrem Beitrag zu Blogparade.

Welche Daten sind notwendig? Wo speichern wir diese? Und wie lange müssen wir diese aufbewahren? Diese Entwicklung ist ein richtiger und wichtiger Schritt zu Datensparsamkeit und Datensouveränität.

Abfragen von Daten auf das allernötigste beschränken. Zusatzangaben freiwillig ermöglichen, wenn es sich beispielsweise um Profilseiten oder Datenbankeinträge handelt. Die umfassende Nutzung von Analytic-Tools hinterfragen – damit können wir alle anfangen.

Voraussetzungsarm und befähigend

Nicht nur die Barrierefreiheit im engeren Sinne war euch wichtig, sondern die allgemeine Zugänglichkeit zu digitalen Angeboten und die Befähigung, diese zu nutzen.

Digitale Inklusion muss überall gewährleistet sein und in Zukunft auch den ländlichen Raum erfassen und mitnehmen. Niemand darf zurückbleiben, weil die Netzabdeckung nicht reicht, es an Hardware fehlt oder weil die letzte Bankfiliale in der Nähe geschlossen hat und die Angst vorm Online-Banking zu groß ist.

Ganz praktisch zeigt Dr. Carola Croll von der Stiftung Digitale Chancen Möglichkeiten am Beispiel des Projekts bremke.digital. Hier entwickelt ein Dorf kreative Digitallösungen für ländliches Zusammenleben. Im Artikel werden drei Ziele stark gemacht:

  • Zugang auch technisch ermöglichen (Stichwort „5G an jeder Milchkanne“).
  • Digitale Angebote auch offline erfahrbar machen. So können auch Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht online dabei sind, teilhaben.
  • Befähigung der Menschen, um die – idealerweise gemeinsam entwickelten Angebote – auch souverän nutzen zu können.

Dass es mittlerweile eine Reihe von Unterstützungsangeboten im Digitalen Wandel gibt – auf Bundesebene von der Digitalen Nachbarschaft und Die Verantwortlichen #digital über die betterplace academy, opentransfer, das BBE-Forum Digitalisierung und Engagement, die Akademie für Ehrenamtlichkeit und DAKU bis hin zu D3 – so geht digital – ist dabei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Digital Development Goal, wie die Digitale Nachbarschaft in ihrem Beitrag zeigt.

Höflich, menschlich und durchdacht

Um Kommunikationsregeln für den digitalen Raum geht es im Beitrag von Julia Post. Sie appelliert an die Respektierung des Zeitbudgets jedes und jeder Einzelnen. Zum Beispiel: Auf dem Facebook-Messenger oder per WhatsApp berufliche Anfragen um 22.48 Uhr erhalten, die in einem privaten Kanal nichts verloren haben. Oder Diskussionen in großen Mailverteilern, die für die wenigsten Leser:innen relevant sind.

Ich will mich nicht unhöflich fühlen, wenn ich Nachrichten nicht beantworte, die seitenlang sind und bei mir im Internet zugängliche Informationen für Bachelor- oder Masterarbeiten abfragen.

Das Ziel sollte also sein, sich in die Empfänger:innen der eigenen Kommunikation hineinzuversetzen. Es geht darum, mit mehr Empathie gemeinsam zielführender und höflicher zusammenzuarbeiten. Das findet sich auch in den Digital Development Goals von #VOLTASTICS wieder. Neue Lösungen sollen die Nutzer:innen beim Engagement unterstützen, nicht neue Aufwände erzeugen.

Lasst uns dazu im Gespräch bleiben!

Viele spannende und wichtige Punkte wurden in der Blogparade angesprochen. Weitere Themen und Beiträge dazu wurden uns für 2020 bereits zugesagt. Auch der neunte Beitrag zu unserer NPO-Blogparade sieht weiteren Gesprächsbedarf. Dr. Serge Embacher vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement lädt in seinem Beitrag dazu sein, über die Bedeutung und Auswirkungen des digitalen Wandel auf das bürgerschaftliche Engagement zu diskutieren. Beim BBE-Forum „Digitalisierung und Engagement“ geht es in den kommenden zwei Jahren darum, als Zivilgesellschaft vom Reagieren ins Gestalten zu kommen.

Vorsätze für 2020: Digital Development Goals umsetzen!

Wenn wir uns die Themen der NPO-Blogparade anschauen, uns an Diskussionen und Veranstaltungen erinnern und eure Appelle aufgreifen, dann sind wir gespannt auf das neue Jahr! Denn viele Non-Profit-Akteur:innen haben in Sachen Digitalisierung das Zepter schon in die Hand genommen. Gemeinsam können wir stärker sein, voneinander lernen und entscheiden, wie eine faire, soziale und inklusive digitale Zukunft für alle aussieht!

Alle Beiträge der NPO-Blogparade

*Was ist eine Blogparade?

Ein Blog ruft zu einem bestimmten Thema eine Blogparade aus. Blogger:innen, die das Thema interessiert, veröffentlichen Beiträge auf ihrem eigenen Blog. Dann verlinken sie ihren Beitrag via Pingback oder Kommentar mit dem initiierenden Blog. Nach Abschluss der Blogparade fasst der initiierende Blog die Beiträge zusammen und erstellt eine Übersicht. So werden die Inhalte der Blogparade und das Netzwerk der Beteiligten sichtbar.


Erstveröffentlichung auf D3 – so geht digital am 17. Dezember 2019 von Friederike Petersen. D3 – so geht digital ist Medienpartner des #dss2020

Teresa Wittenbecher

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29. Oktober 2019 0
Wir rufen Euch auf, den Digital Social Summit durch eigene Beiträge aktiv mitzugestalten. Egal, ob Ihr digitale Anfänger:innen oder digitale Profis seid – Eure Ideen, Erfahrungen und Fragestellungen sind herzlich willkommen. Bis 22. November 2019 könnt ihr Eure Session Vorschläge einreichen! Der Digital Social Summit bietet drei Tracks, Strategien, Instrumente und Debatte, in die Eure Session passen sollte. Leitfragen für die einzelnen Tracks sind folgende:  

Strategien

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  • Wir befinden uns mitten im digitalen Wandel. Wie verändern sich unsere Strategie, unsere Zusammenarbeit und unser Angebot?
  • Welche Herausforderungen bringen neue Technologien für unsere gemeinnützige Arbeit? Was umfasst eine Digitalisierungsstrategie?
  • Welche Veränderungen für die interne Organisationsentwicklung und unsere Zusammenarbeit bringen sie mit sich?
  • Wie können wir durch digitale Zugänge und Kompetenzen die Arbeit unserer Organisationen nach innen und außen partizipativer gestalten?
 

Instrumente

Photo by Cesar Carlevarino Aragon on Unsplash
  • Das Angebot der digitalen Tools erweitert sich stetig. Wie lassen sich diese nachhaltig und ressourcenschonend in die Arbeit integrieren? Wie können sie genutzt werden, um Ehrenamtliche zu akquirieren, zu vernetzen und flexibel in die Mitarbeit einzubinden?
  • Was bietet der Open-Source-Werkzeugkasten an Möglichkeiten?
  • Was braucht es, um gut funktionierende Partizipationsmodelle auch digital umzusetzen?
  • Wie kann mithilfe digitaler Tools gemeinnützige Arbeit gerechter gestaltet werden?
  • Wie gelingt in Hinblick auf Big Data, Open Data und selbstlernende Systeme ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten? Wie überwindet ihr Herausforderungen, die neue gesetzliche Regelungen an euch stellen?
  • Könnt ihr etwas Praktisches zeigen? Dies kann eine kurze 3D-Drucker-Session sein, aber auch eine Gamification-Lösung oder vielleicht etwas aus dem Bereich Robotik?
 

Debatte

Foto Henning Schacht / Digital Summit 2019
  • Wie können sich zivilgesellschaftliche Organisationen in aktuelle Debatten um eine gerechte Digitalisierung einmischen und sich Gehör verschaffen?
  • Wie und bei welchen Gelegenheiten kann der Zivilgesellschaft eine nachhaltige Teilhabe am Diskurs zu digitalen Strategien des Landes ermöglicht werden?
  • Welche analogen und digitalen Angebote für einen gleichberechtigen Austausch bestehen?
  • Was sind Eure Ideen, Initiativen und Kampagnen?
  Eine Jury aus Mitgliedern des Initiativkreises trifft im Dezember eine Auswahl und stellt das Programm des #dss2020 zusammen. Wir freuen uns über Eure Vorschläge!   Und hier noch ein paar informationen in Ton und Bild. Auf der Jahrestagung Stiftung & Sponsoring berichtete Cathrin vom #dss2020.  

Teresa Wittenbecher

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17. April 2019 0
Wie können kleine wie große zivilgesellschaftliche Akteure den Diskurs über Digitalisierung mitgestalten? Michael von Winning arbeitet seit 2015 bei der Robert Bosch Stiftung und ist dort zuständig für Projekte zur Stärkung der Zivilgesellschaft. Er ist überzeugt, dass die Zivilgesellschaft dringend starke Stimmen braucht, um das Digitale in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Ziel sollte sein, dass Digitalisierung nicht nur mit der Zivilgesellschaft stattfindet, sondern von zivilgesllschaftlichen Akteuren auch aktiv mitgestaltet und mitbestimmt wird. In der Session Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft – gute Praxis, drängende Bedarfe, konkrete Anstöße diskutierten die Speaker:innen Ergebnisse des Reports „Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft“.  Eine Erkenntnis lautet: Digitale „Novizen“, „Pioniere“ und „Experten“ sollen und können mehr zusammenarbeiten! Warum nicht verschiedene Stärken zusammenbringen? Neben den Tools muss die „soziale Wertschöpfung“ stärker in den Mittelpunkt rücken. Was das heißt und wie kleine und große zivilgesellschaftliche Akteure den Diskurs über Digitalisierung mitgestalten können, erzählt er im Interview.

Judith Orland